Energiesparen aus Leidenschaft

Thomas Herp setzt schon seit 25 Jahren auf effizienten Einsatz von Brennstoffen

Mit Ingenieurdienstleistungen der Versorgungstechnik haben sich die Herp Ingenieure einen Namen ge-
macht - und das bei großen Bau-
projekten wie dem Göppinger Rat-
haus oder dem Kreissparkassen-Neubau.

Salach. Die besondere Leidenschaft von Thomas Herp gilt dem effizienten Einsatz von Energie. In-
zwischen hat wohl jeder mitbekommen, dass die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen: Die welt-
weiten Erdölvorräte reichen noch rund 45 Jahre, die Erdgasvorkommen vielleicht zehn Jahre läng-
er. Den knappen Rohstoff sparsam einsetzen und die Nutzung erneuerbarer Energien vorantreiben, ist das Gebot der Stunde. Thomas Herp verfolgt das Thema Nachhaltigkeit schon seit 25 Jahren aus Überzeugung. Dem 53-Jährigen ist die nach-
haltig effiziente Energieversorgung nach eigener Aussage schon immer ein Anliegen.
Auch "geruchsintensive" Biomasse ist dabei wertvoller Energielieferant: Kurz nach der Wende hat das Unternehmen in Ostdeutschland eine Bio-
gasnutzung konzipiert, die aus der Gülle von
20 000 Schweinen den Energiebedarf für den gesamten Betrieb deckt. "Ich bin kein Ideologe, sondern Realist", meint Thomas Herp augen-
zwinkernd. Die Ölkrise 1973 mit ihren autofreien Sonntagen hat dafür den entscheidenden Impuls gesetzt.
"Der Kunde will keine Bohrmaschinen, er will Löcher." Diesen Satz zitiert Thomas Herp gern, wenn er nach seinem Erfolgsgeheimnis gefragt wird. Will heißen: Der Kunde möchte seine Wün-
sche erfüllt und seine Probleme gelöst haben.
Auf welchem Weg das geschieht, ist für ihn zweitrangig.
Eine von vielen ungewöhnlichen Lösungen: Für den Edeka-Markt in Jebenhausen entwickelte er ein Konzept, das ohne fossile Brennstoffe aus-
kommt. Dabei wird im Winter die Abwärme der Kühlanlage zum Heizen genutzt. Im Sommer wird die Abwärme unter den Parkplätzen im Erdreich eingelagert. Das spart erheblich Strom. Im Winter wird mit Hilfe von "Energiegräben" die Wärme aus dem Parkplatz-Energiespeicher zurückgewonnen und zusätzlich zum Heizen genutzt. Bei vielen großen öffentlichen und privaten Projekten hat das Büro innovative, aber auf Kundenwunsch auch konventionelle Energiekonzepte entwickelt, umgesetzt und bis zur Schlussabnahme betreut. Größere Projekte waren die Erweiterung des


Thomas Herp (Mitte) und sein Team bieten
Ingenierleistungen der Versorgungstechnik
aus einer Hand. Diese Dienste werden von
öffentlichen und privaten Bauherren so in-
tensiv nachgefragt, dass das Unternehmen
seit Jahren expandiert.

Göppinger Rathauses, die Sanierung der Otten-
bacher Halle im Buchs, das Hotel und der Wärme-
verbund Burg Staufeneck oder der Wärmeverbund in Hattenhofen mit Blockheizkraftwerk für Schule, Sillerhalle, Feuerwehr und Seniorenzentrum sowie die Modernisierung der Sillerhalle. Aktuelle Projekte sind der Bildungscampus Heilbronn der Schwarz-Stiftung in Heilbronn und der Neubau der Kreis-
sparkasse in Göppingen.
Dabei setzt der Chef auch auf seine kommunikativ-
en Fähigkeiten: "Ich bin ein Netzwerker", sagt er. Deshalb hat er sich Fachbüros herangeholt, um den Kunden umfassende Kompetenzen mit nur einem Ansprechpartner anzubieten.
Privat hat der gebürtige Badener eine große Lei-
denschaft: die Musik. "Ich komme aus einer Musik-
erfamilie" verrät er. Seine Mutter, eine ausgebildete klassische Sängerin, hat ihn als Kind zu vielen Konzerten mitgenommen. "Pop, Jazz, Klassik, alles was gut ist", hört er gern. Selber zum Klavier-
spielen komme er nur noch selten. Auch die Zeit mit der Familie, der Ehefrau, die ebenfalls in der Firma tätig ist, und drei erwachsenen Kindern, ist knapp bemessen. Doch eine weitere Leidenschaft gibt es: den Handball. Die Firma hat sich seit 1997 die Unterstützung für Frisch Auf Göppingen auf die Fahnen geschrieben. Freundeskreis-Mitglied Herp bestückt vor allen Heimspielen eine "Energielade-
station" im VIP-Bereich mit kostenlosen Backwaren und Energieriegeln. Auch hier gab es einen ganz pragmatischen Ansatz: "Viele Fans gehen direkt von der Arbeit in die Halle. Und mit leerem Magen Handball schauen und ein Bier trinken, das tut nicht gut." So stand für ihn fest: Eine effiziente "Energie-
versorgung" muss her.


14.01.2010, NWZ, Text: Ingrid Zeeb