Sanierung Gemeindehalle "Im Buchs", Ottenbach

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Ottenbacher Gemeindehalle erstrahlt in neuem Glanz.

Mit umweltschonender Biomasse-Wärmeerzeugung in die Zukunft.

Die Gemeindehalle "Im Buchs", die gute Stube Ottenbachs, war etwas in die Jahre gekommen. Einen zusätzlichen Bühnenbereich sowie erweiterte Nebenräume und ein neues Foyer wollte man darüber hinaus auch noch haben. Die Gebäudetechnik war veraltet und die Betriebskosten stiegen unaufhaltsam. Folgerichtig beauftragte der Ottenbacher Gemeinderat den Eislinger Architekten Rainer Schöller mit der Entwurfsplanung und die Salacher Herp Ingeneiure mit einer energetischen Untersuchung für das Gebäude und die Technischen Installationen. Die Ergebnisse wurden mit der Verwaltung, dem Gemeinderat und dem Architekten diskutiert und analysiert. Mit Weitblick wurden zügig die notwendigen Entscheidungen für eine langfristig zufriedenstellende Lösung gefällt und die Realisierung vorangetrieben. Die jährlich wiederkehrende Bezuschussung der Gemeindehalle, ohne erkennbarren Mehrwert, sollte mit einer Investition in die grundlegende Sanierung und Erweiterung der Halle gestoppt werden. Entstanden ist ein Schmuckstück, das sich sowohl technisch wie gestalterisch sehen lassen kann.

Das technische Herzstück der modernisierten Gemeindehalle ist die neue Wärmeerzeugung. Dazu wurde eine Biomassefeuerung installiert, die sowohl mit Holz-Pellets als auch mit Holz-Hackschnitzel betrieben werden kann. Für die Brennstofflagerung wurde zusätzlich ein unterirdischer Vorratsbunker gebaut. Während mit der Biomasseheizung die Grundlast-Wärmeversorgung der Gemeindehalle sichergestellt wird, deckt der vorhandene Öl-Heizkessel den zusätzlichen Wärmebedarf bei Spitzenbelastung ab. Der Vorteil dieser Kombination liegt darin, dass die Halle jetzt überwiegend mit ökologisch und wirtschaftlich effizienter Biomasse aus heimischer Herkunft beheizt wird und nur an extrem kalten Wintertagen die Ölheizung zugeschaltet werden muss.

Die Beheizung des Hallenraums wurde von einer konvektiven Luftheizung auf eine moderne Deckenstrahlheizung umgestellt. Die an der Decke montierten Strahlungsheizplatten sorgen im gesamten Raum für angenehme Temperaturen. Nach dem Prinzip der Sonneneinstrahlung, erfolgt die Übertragung der Wärme ohne Luftbewegung, nahezu ausschließlich mit Wärmestrahlung. Die bei der Deckenstrahlheizung als Infrarotwärme abgegebene Energie wird auf die gegenüberliegende Oberflächen wie Wände und Boden übertragen. Diese heizen sich leicht auf und geben die Wärme wieder an die Umgebung ab.

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Der Vorteil eines solchen Systems ist der äußerst energieeffiziente Betrieb und das behagliche Raumklima im Aufenthaltsbereich.
Bei einer herkömmlichen Warmluftheizung steigt die erwärmte Luft auf und sammelt sich unter der Decke. Um aber im Aufenthalts-
bereich die gewünschte Temperatur zu erreichen, muss mit weiterem Energie-
aufwand nachgeheizt werden. Gerade bei Veranstaltungen mit viel Publikum ist ein kontrolliertes Heizen kaum möglich. Die Räume überhitzen schnell und die Gäste fühlen sich unwohl. Im Gegensatz dazu reagieren Deckenstrahlheizsysteme sehr schnell. Die Wärme wird von den Deckenstrahlplatten abgestrahlt und kommt unmittelbar da an, wo sie gebraucht wird, im Aufenthaltsbereich. Der Wärmestau unterhalb der Decke und das energie-
aufwendige Nachheizen entfallen.

Die Ottenbacher Hallenbesucher erleben dadurch ein komfortables und angenehmes Raumklima. Das zusätzlich installierte neue Lüftungsgerät mit effizienter Wärmerückgewinnung dient lediglich der Frischluftversorgung. Die automatische Regelungsanlage misst kontinuierlich über CO2-Sensoren den CO2-Antteil in der Luft. Meldet der Sensor ansteigende CO2-Werte, wird die Anlage eingeschaltet bzw. mehr Frischluft in den Raum geleitet. Ist der CO2-Gehalt der Luft gering, schaltet sich die Lüftungsanlage automatisch ab. Bei normalem Sportbetrieb ist die Lüftungsanlage nur sporadisch in Betrieb.

Mit Hilfe einer integrierten Gebäudeleittechnik werden die gesamten Heizungs-, Lüftungs-, und Warmwasserinstallationen vollautomatisch über ein speziell für dieses Gebäude programmiertes, digitales Regelungssystem gesteuert, geregelt und überwacht. Die renovierten Sanitärbereiche, der zusätzlich eingebaute Biomassekessel, das fortschrittliche Strahlungsheizsystem, die modernisierte Lüftungsanlage, die moderne Brauchwassererwärmung und letztendlich die intelligente regelungstechnik sorgen jetzt für deutlich mehr Komfort und Betriebssicherheit - und dies bei gleichzeitig niedrigen Betriebskosten. Zusätzlich wird der CO2-Ausstoß für die Beheizung des Gebäudes jährlich um ca. 85 Tonnen vermindert. Damit ist die Ottenbacher Gemeindehalle "Im Buchs" fit für die Zukunft. Sie ist damit aber auch ein Beispiel für zielgerichtete kommunale Entscheidungsprozesse.

Technische Daten:

  • Kessel 1: Holz-Pellets oder Holz-Hackschnitzel, 100 kW
  • Kessel 2: Öl-Heizkessel, 225 kW
  • Deckungsgrad Biomassefeuerung: ca. 75 %
  • Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung: 10.000 m³/h
  • DDC-Regelungsanlage mit ca. 180 Datenpunkten
  • CO2-Minderung pro Jahr: 85 Tonnen